Merbau

Traditionell wurde Merbau in den Ländern in denen es wächst zum Hausbau verwendet. Leider gewann das Merbau-Holz hier bei uns eine sehr große kommerzielle Bedeutung. Es wird verstärkt für Türen, Fassaden und Bodenparkette verwendet. Möbel, Treppenstufen, Musikinstrumente, hochbelastbare Tische, Furniere und Handläufe erweitern den sogenannten Nutzen des Tropenholzes. Hierzulande wird Merbau größtenteils für die Herstellung von Holzfußböden angewandt. Die besondere Härte macht es gerade für öffentliche und gewerblich genutzte Gebäude geeignet. Merbau gehört zum Standardangebot im Parketthandel und selbst als Laminat wird es angeboten.

Der Baum ist in den Regionen in denen er wächst unverzichtbar. Er verbessert den Boden, verhindert Erosion (besonders an Buchten und Wasserwegen von Mangroven-Wäldern und an Schluchten), bindet an den Wurzeln Stickstoff, hebt den pH-Wert durch Heraufholen von Kalzium aus tieferen Bodenschichten und wird auch zur Wasserreinigung verwendet. Merbau dient einerseits als Schattenspender, andererseits auch als Windschutz. Er ist ein hübscher Parkbaum, kann aber auch sumpfige, kalkhaltige Küsten schützen. Nicht nur Bienen nutzen den Pollen. Auch im Lebenszyklus eines der größten Schmetterlinge der Erde, des Königin-Alexandra-Vogelfalters (Ornithoptera alexandrae), spielt er eine Rolle.

Der Großteil des international gehandelten Merbaus stammt aus illegalem Holzeinschlag in Indonesien. Am Handel beteiligt sind die größten Firmen im Markt für Parkettholz: die deutsche Tarkett, Goodfellow (Kanada), Kährs (Schweden), Armstrong World Industries (USA) und Junckers (Dänemark). Mit Beihilfe des indonesischen Militärs wird der letzte intakte Tropische Regenwald Asiens zerstört.

Hauptabnehmerländer sind China und Japan. Für die Olympischen Spiele 2008 hatte China 300.000 m³ Merbau einführen lassen.

Die Stämme, denen die Wälder gehören, bekommen – wenn überhaupt – höchstens US-$ 11 pro Kubikmeter Holz. Beim Verlassen West-Papuas beträgt der Preis bereits $ 120. In China wird das Edelholz dann verarbeitet für $ 468 verkauft. In England oder USA kosten 26 m² Parkett (aus 1 Kubikmeter Holz) $ 2.288. Monatlich werden 300.000 m³ Merbau aus den Wäldern West Papuas exportiert.
Merbau (Intsia spp. auch Kwila oder Borneo Teak)

Herkunft:
Südostasien (v.a.Indonesien, Malaysia)

Verwendung:
Aussenbau (Türe, Fenster) und Innenbau (z.B. Parkett)

BEWERTUNG

Herkunft: Nicht zurückverfolgbar
Bestand: Bewertung auf der Liste bedrohter Arten: Gefährdet
Waldwirtschaft: Raubbau weit verbreitet, einzigartige Wälder durch Holzschlag bedroht
Risiko von Illegalität: Etwa 45% des Holzes aus dieser Region stammt aus illegalen oder verdächtigen Quellen
Soziale Probleme: Menschenrechtsverletzungen, Bedrohung der Landrechte indigener Völker
Bedrohung von Tierarten: Hoch (z.B. Orang Utan, Tiger)
Nach dem ersten eia-Report von 2005, Stemming the Tide, beschlagnahmten indonesische Polizei und Militärs 400.000 m³ illegalen Holzes. Danach brach die chinesische Merbau-Zufuhr, die eigentlich aus Malaysia stammen sollte, zusammen. Die gewaltige internationale Gewinnspanne und das Gewohnheitsrecht des indonesischen Militärs auf Zuverdienst lassen den illegalen Holzeinschlag aber nicht zum Erliegen kommen, da die Strafen gering sind. Seit 2003 haben ausländische Journalisten zudem Einreiseverbot in die Einschlagregion.

Die zwischen 2002 und 2005 beobachteten Holztransporte kamen aus den Distrikten Sorong, Manokwari, Fak Fak, Nabire und Serui.

Zerstört wird der Lebensraum der traditionellen indigenen Völker, wie der Dani und Asmat. Selbst die äußerst abgelegen lebenden Fayu fühlen sich nicht mehr sicher.

Indonesien verhandelt seit Anfang 2006 mit anderen asiatischen Staaten mit dem Ziel, dass Merbau unter den Schutz des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (CITES-Anhang III) gestellt wird. Eingeschränkt wäre dann der Handel mit ganzen Stämmen, Schnittholz und Furnieren. Eine Studie zum Verbrauch der Europäischen Union wurde 2006 vorgestellt. Bereits 1991 hatten die Niederlande vorgeschlagen, die Intsia-Arten unter CITES-Schutz (Anhang II) zu stellen. Malaysia und andere Staaten hatten dies aber verhindert.