Kaufen Sie nur Hölzer mit den Siegeln von FSC oder NATURLAND


Hilfe für den umweltbewussten Holzeinkauf

Wer Holz kauft, kann zum Raubbau an Wäldern beitragen. Der Holz Einkaufsführer hilft, dies zu verhindern.

Er listet die gängigsten Holzarten auf und zeigt mit einer Farbskala von grün bis rot, welche Hölzer man guten Gewissens kaufen kann, bei welchen die Gefahr von Raubbau besteht und von welchem Holz man besser die Hände lässt. Bedenkenlos sollten Hölzer mit dem FSC-Label oder  dem Naturland Siegel sein. Diese stammen aus kontrolliert umwelt- und sozial-verträglich genutzten Wäldern.

Illegale Holzeinschläge


Experten schätzen, dass inzwischen 90 Prozent aller Holzeinschläge in Indonesien ohne behördliche Genehmigung oder Kontrolle erfolgen. Das geht nicht nur zu Lasten der Natur, sondern auch zu Lasten der Regierung, der wichtige Steuereinnahmen verloren gehen. Um dem illegalen Geschäft ein Ende zu machen und die wertvolle Holzressource für die Zukunft zu sichern, hat die indonesische Regierung daher vor drei Jahren beschlossen, den Export von Ramin zu verbieten.

Doch Recherchen der unabhängigen Environmental Investigation Agency (EIA), einer kleinen aber professionell arbeitenden Umweltorganisation haben ergeben, dass nach wie vor große Mengen Ramin aus Indonesien herausgeschmuggelt werden. Gerade auch aus dem berühmten Nationalpark Tanjung Puting im Süden der Insel Borneo, einem der letzten Rückzugsgebiete der bedrohten Orang Utans.
Holz wird umdeklariert

Per Laster oder Schiff ab ins benachbarte Malaysia, dessen zwei Bundesstaaten Sarawak und Sabah auf der Insel Borneo direkt an das indonesische Borneo angrenzen. Dort wird das Holz kurzerhand umdeklariert, in den Exportpapieren wird es als Ramin aus Malaysia bezeichnet. Und Ramin aus Malaysia darf legal gehandelt werden.

Auch in Malaysia leidet die Holzindustrie unter Rohstoffmangel, malaysisches Ramin ist ebenfalls selten geworden. Billige Ware aus Indonesien kommt da manchem Händler gerade recht. Die EIA-Recherchen, unterstützt von Berichten vom WWF, aber auch durch die Behörden vor Ort, ergaben: Es herrscht ein reger illegaler Ramin-Handel zwischen Malaysia und Indonesien. Einfuhrhäfen sind bekannt, die Namen verantwortungslose Händler ebenso und die Tricks, mit denen sie Zöllner täuschen - wenn sie sie nicht bestechen. Das alles ist auf Filmaufnahmen dokumentiert.

China und EU die Hauptabnehmer

Neben China landet das meiste Ramin in der EU. Dort wird es vor allem von toskanischen Bilderrahmenbauern verarbeitet. Mehr als 11.000 Tonnen Ramin - offiziell aus Malaysia - importiert Italien nach EU-Schätzungen im Jahr. Doch Händler, Verkäufer und Behörden sind machtlos, dem illegalen Raminhandel ein Ende zu machen. Denn niemand kann legales Ramin aus Malaysia von illegalem Ramin aus Indonesien unterscheiden. Ein Boykott scheint manchem Umweltschützer da die richtige Antwort zu sein. Doch das ist keine Lösung. Er würde bloß dazu führen, dass noch mehr Ramin unkontrolliert zu Billigstpreisen nach China exportiert wird. Kein Wald würde deswegen gerettet.

Was bedeutet das für uns Verbraucher?

Wer Tische, Stühle und Liegen aus ökologischer und sozial verträglicher Holzwirtschaft kaufen möchte, der sollte nach einem zuverlässigen Herkunftsnachweis fragen. Die meisten Hersteller versehen ihre Ware zwar mit viel versprechenden Zertifikaten, doch die Verbraucher sollten allein auf das international gültige Siegel FSC achten.

Wer Balkon oder Terrasse mit neuen Holzgartenmöbeln ausstatten möchte, die aus umweltschonender Waldnutzung stammen, muss aufpassen:
Zahlreiche Händler werben zwar mit phantasievollen Labels und überzeugend klingenden Zertifikaten - doch in Wirklichkeit wird der Kunde in die Irre geführt. Denn die Herkunftsnachweise sind häufig selbsternannt und bieten keine Garantie für ein umweltfreundliches und sozialverträgliches Produkt. Nur bei Holz mit Gütesiegeln kann der Verbraucher sicher sein, dass es aus einem umweltfreundlich und sozialverträglich bewirtschafteten Wald stammt. Es ist das einzige ökologische Holzzertifikat, das die grundlegenden Anforderungen der Umwelt- und Verbraucherbände erfüllt. Hierzu gehören Produkte mit den Siegeln von FSC und Naturland.

FSC steht für Forest Stewardship Council - zu Deutsch "Weltforstrat" - und ist eine unabhängige Organisation, die sich aus Umweltschützern, Wirtschaftsvertretern und Sozialverbänden zusammensetzt. Die Mitglieder haben Mindestkriterien für nachhaltige Waldnutzung definiert und sind weltweit tätig. Das FSC-Siegel bietet als einziges Zertifikat derzeit weltweit die Möglichkeit, vom Baum im Wald bis zum Gartenstuhl im Baumarkt die Verarbeitungskette lückenlos nach zu verfolgen.
 

Mit anderen Worten: Auch soziale Mindeststandards werden berücksichtigt. Tropische Gartenmöbel - zum Beispiel aus Teakholz - sind witterungsbeständig und die warmen Farbtöne sehr beliebt, jedoch nur mit dem FSC-Siegel zu empfehlen.

Was können Sie tun?
  • Fragen Sie die Verkäufer nach der genauen Herkunft ihrer Holzprodukte! Wenn die Firma nicht
    sagen kann, wo das Holz herkommt: Finger weg!
  • Fragen Sie die Verkäufer, wie ihre Firma garantiert, daß die Produkte nicht aus illegalem Holz
    hergestellt wurden. Und wie kann die Firma dies beweisen? Verläßt sich die Firma etwa alleine
    (also ohne schriftlich vorliegende Zertifikate) auf die Angaben ihres Lieferanten, ist höchste Vorsicht geboten! Lassen Sie sich nicht mit Pseudoerklärungen abspeisen.
  • Lassen Sie sich Kopien von Bestätigungen, Zertifikaten und Umwelterklärungen geben und
    leiten Sie diese zur Prüfung an Umweltorganisationen weiter.
  • Fragen Sie nach Produkten aus heimischen Hölzern und bevorzugen Sie heimische Hölzer
    besonders dann, wenn sie mit dem Zertifikat von NATURLAND oder FSC ausgestattet sind. Vor-
    sicht: auch “heimische” Hölzer wie nordische Fichte, Kiefer, Birke oder Lärche können manchmal
    aus illegalem Handel und Raubbau stammen (v.a. Russland). Raubbau-Hölzer aus Nordamerika sind häufig Hemlock, Red Cedar und Redwood
Die ökologisch beste Wahl trifft, wer Gartenmöbel aus einheimischen Hölzern wie Buche, Eiche, Kiefer oder Lärche kauft. Sie haben den Vorteil, dass die Transportwege kurz sind - das ist ein großer Umweltvorteil - und dass sie natürlich auch den Druck von den Tropenwaldregionen nehmen, wenn wir unseren Holzbedarf möglichst mit einheimischen Hölzern decken.