Raminholz

Auf der 13. Artenschutz-Konferenz (CITES) in Bangkok/Thailand 2004, wurde die tropische Holzart Ramin in das Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen.

CITES, die internationale Bezeichnung für das Washingtoner Artenschutzabkommen, regelt den internationalen Handel mit wild lebenden Tier- und Pflanzenarten. Je nach Grad der Gefährdung werden bedrohte Arten in den Anhängen I bis III gelistet. Den höchsten Schutzstatus bietet Anhang I. Raminholz befand sich bis 2004 auf keinem der Anhänge. Es wächst überwiegend in Indonesien und ist durch illegalen Einschlag besonders bedroht. Hinzu kommt, dass durch den Kahlschlag auch die letzten Rückzugsgebiete der Orang-Utans und Sumatratiger zerstört werden.

Beide Tierarten werden zwar ebenfalls durch das Abkommen geschützt, ohne ihren Lebensraum haben sie aber keine Chance. Doch trotz der CITES verschwindet der Regenwald in Indonesien. Laut einer Studie die der WWF Anfang Dezember 2008 vorgestellt hat, klafft eine große Lücke zwischen den gemeldeten Ausfuhrmengen der wichtigsten Raminexporteure Indonesien, Malaysia und Singapur und den Importzahlen der Empfängerstaaten. Offiziell verlässt deutlich weniger Tropenholz Südostasien, als bei den Verbrauchern ankommt. Große Mengen illegales Raminholz landen mit gefälschten Papieren und anderen Tricks auf den Weltmärkten.

Wie bei der Geldwäsche wird hier illegales Holz reingewaschen. Seine wahre Herkunft bleibt den Abnehmern verborgen. Es werden stärkere Handelskontrollen für alle etwa 30 Raminholz-Arten im Rahmen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES nötig sein.

Die bisherigen Initiativen reichen nicht aus. Die Behörden in Indonesien, Malaysia und Singapur müssen endlich konsequent gegen die Holzmafia vorgehen. Und die Regierungen müssen die zahlreichen Schlupflöcher in ihrer Gesetzgebung schließen.

Die jetzt vorgelegte Studie berichtet von Beschlagnahmungen illegalen Ramin-Holzes in den Herkunftsländern und den Importstaaten. In den Vereinigten Staaten entdeckte der Zoll eine Ladung von 883.000 Billiardstöcken aus illegal abgeholztem Ramin. Ramin ist ein helles, glattes Tropenholz, aus dem Möbel, Regale, Bilderrahmen, Innenjalousien, Leisten oder Gerätestiele gefertigt werden. Auch auf dem deutschen Markt gibt es zahlreiche Produkte aus Raminholz. "Wir können derzeit nicht exakt sagen, wie viel illegales Tropenholz bei deutschen Unternehmen und Verbrauchern landet. Doch es ist sicher, dass auch hierzulande illegales Raminholz gehandelt wird", erklärt der Artenschützer.

Ramin (Gonytylus spp. v.a. G.bancanus)

Herkunft:
Asien (Südostasien)

Verwendung:
Dinge des täglichen Bedarfs, Spielzeug,
Bilderrahmen, Bauzubehör

BEWERTUNG

Herkunft: nicht zurückverfolgbar
Bestand: Bewertung auf der Liste bedrohter Arten:
Gefährdet; auf CITES Appendix III aufgeführt.
Waldwirtschaft: Raubbau, einzigartige Wälder werden
durch Einschlag zerstört.
Soziale Probleme: Menschrechtsverletzungen im
Zusammenhang mit Plantagen, Bedrohung der
Landrechte indigener Völker.
Bedrohung von Tierarten: Sehr hoch (Orang-Utan,
Tiger, Borneo-Rhinozeros)
Der Raubbau hat das jährliche Ramin-Handelsvolumen in Indonesien innerhalb von zwanzig Jahren von 1,5 Millionen Kubikmeter auf weniger als ein Zehntel schrumpfen lassen. "Dieser Rückgang ist leider kein Zeichen für einen verbesserten Schutz des Tropenholzes, sondern dokumentiert ganz im Gegenteil den drastischen Waldverlust", erläutert Ziegler. Ein ähnliche Entwicklung findet in Malaysia statt. Dort macht auch die legale Ramin-Abholzung den verbliebenen Sumpf-Wäldern zu schaffen.

Was macht Ramin so interessant?

Das helle und feste Holz der schmucken Babykrippe - aus Holz versteht sich, weil’s natürlicher ist - der dezente Rahmen um das Poster oder Ölgemälde - aus Holz, weil es besser aussieht -, das ebenso biegsame wie bruchsichere Billiardkö aus Edelholz - sie alle sind oftmals aus Ramin gemacht. Ramin ist ein tropisches Holz aus Südostasien. Es wächst vor allem in den sumpfigen Regenwäldern an der Küste der Insel Borneo. Doch was der Verbraucher hierzulande nicht ahnt: Ramin ist selten geworden, gilt sogar als bedrohte Baumart. Die küstennahen Regenwälder sind ausgebeutet. Das treibt Kriminelle auf den Plan.