Palmöl
Die
größte Bedrohung der freilebenden Orang-Utans liegt im Anbau von
Palmöl. Seit dem Boom der Agrartreibstoffe ist die Nachfrage nach
Palmöl regelrecht explodiert. Innerhalb der letzten 10 Jahre
verdoppelte sich der Palmölverbrauch weltweit auf 30 Millionen Tonnen.
Das Palmöl fließt in unsere Autotanks und verschärft dadurch die
Zerstörung der tropischen Regenwälder; zusätzlich wird der
Kohlendioxid-Ausstoß massiv erhöht.
Die meisten
Orang-Utans in Indonesien werden auf Ölpalmen-Plantagen abgeschossen,
gefangen oder verstümmelt. Auf Ölpalmen-Plantagen? Ja, denn weil ihr
natürlicher Lebensraum abgeholzt wird, sind sie gezwungen bei der Suche
nach Nahrung auf die Plantagen auszuweichen. Dort sind die friedlichen
"Waldmenschen" leichte Beute für Jäger und Wilderer!

Durch den Raubbau am Regenwald wird auch die Bevölkerung ihrer Lebensgrundlage beraubt. Gleichermaßen ist auch der Orang-Utan vom Rückgang des Waldes betroffen. Nur noch vereinzelt findet er auf Sumatra und Borneo Platz zum Leben.
Die rasante Abholzung tropischer Primärwälder, die massive Ausbreitung von uniformen Ölpalmplantagen, großflächige zerstörerische Waldbrände und der nationale sowie internationale Tierhandel treiben den Rückgang der Verbreitungsgebiete und das Aussterben der letzen Orang-Utan-Populationen weiter voran.
Die Regierung Indonesiens unterstützt den Export von Holz. Nachhaltige Waldwirtschaft, Umweltschutz und ökologisches Denken sind noch immer Zukunftsmusik für einen Staat, der zu den korruptesten weltweit gehört. Zwischen der Regierung und den Betroffenen - ganz gleich ob Mensch oder Tier - stehen die Holzkonzerne und die Palmölindustrie, für die Gewinnmaximierung erste Priorität hat.
Palmöl ist Bestandteil von zahlreichen Produkten des täglichen Bedarfes und einer der Hauptgründe für die rasant voranschreitende Vernichtung des Regenwaldes in Indonesien. Der Verbrauch von Palmöl steigt dramatisch, vor allem als Energie- quelle in Form von so genanntem Agrartreibstoff. Die rapide Ausbreitung von Ölpalmplantagen ist ursächlich für die Fragmentierung und den Verlust des Lebensraumes des Orang-Utans. Häufig kommen wilde Orang-Utans in die Plantagen und fressen aus Nahrungsmangel die Palmtriebe. von den Plantagenbesitzern werden sie dann gejagt und getötet.
Für die Palmöl-Unternehmen ist der illegale Holzhandel eine zusätzliche Quelle für schnellen Profit. Daher werden die Plantagen bevorzugt in Regenwaldgebieten angelegt, die zuerst gerodet werden müssen.
Lösungsvorschläge zielen darauf ab, Schutzgebiete zu etablieren, die lokale Bevölkerung in Regen- waldschutzmaßnahmen zu integrieren und einen Beitrag zu leisten, die indonesische Umweltschutz- gesetzgebung zu stärken.
Land- und Bodenrechtskonflikte gehören zur Tagesordnung. Kleinbauern werden gewaltsam oder illegal von ihrem Land vertrieben und da wo Konzessionen an Ölpalmunternehmen vergeben wurden, ist oft nicht mit Schadensersatzzahlung zu rechnen. Zudem schaffen Ölpalmplantagen weniger Arbeitsplätze pro Hektar als der ursprüngliche Wald der lokalen Bevölkerung bietet.


So entstehen Plantagen
Zur Errichtung einer Ölpalmenplantage baut das Unternehmen Straßen und rodet Land nach dem Erwerb einer staatlichen Umwandlungsgenehmigung. Die gesamte Vegetation wird entfernt. Alles Holz, das für nicht wertvoll genug erachtet wird, zum Beispiel, wenn bereits ein erster Holzeinschlag stattgefunden hat, wird an Zellstofffabriken verkauft oder verbrannt. Das ist die billigste Methode der Landrodung. Dort, wo Abbrennen gesetzlich verboten ist, wird es mechanisch entfernt. In Indonesien ist das mechanische Roden durchschnittlich 2,3 Mal teurer als die Brandrodung. Oft werden Arbeitskräfte aus anderen Regionen hergebracht. Bereits drei Jahre nach der Pflanzung kann geerntet werden. Die Kosten der Errichtung einer Ölpalmenplantage variieren zwischen 2.500 und 3.500 US-Dollar pro Hektar-wovon das Unternehmen üblicherweise einen Großteil extern aufbringen muss. Der Verkauf gerodeten Holzes kann die erforderlichen Mittel für die Pflanzungen beschaffen.
Das wird aus den Früchten gewonnenDie Ölpalme wird besonders wegen des hohen Ölgehalts ihrer roten Früchte geschätzt. Sowohl Fruchtfleisch als auch Samen werden für Produktionszwecke genutzt.Rohpalmöl (CPO) ist das aus dem Fruchtfleisch stammende Primärprodukt. CPO wird für eine breite Palette an Nahrungsmitteln und anderen Produkten genutzt. Geerntete Früchte müssen lokal verarbeitet werden, da sie rasch verderben. Die Vorteile des CPO im Vergleich zu anderen pflanzlichen Ölen: ein hoher Schmelzpunkt und der feste Zustand seines Olein-Bestandteils bei Raumtemperatur. |
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Allgegenwärtig, doch unsichtbar
Palmöl kann sehr vielseitig verwendet werden. Deshalb taucht es auch in einer Vielzahl von Produkten auf.
Kosmetika und Körperpflege
Wasch- und Putzmittel
Technische Stoffe
Tierfutter
Deklaration
Aus diesem Grund bitten wir alle:
Gute weiterführende Informationen zum Thema Palmöl gibt es hier:
Homepage von Dieter Klössing
Faszination Regenwald zu Palmöl
Greenpeace greift Palmöl Ökosiegel an - Reportage in SPIEGEL ONLINE
